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Die Auswirkungen der Katastrophe
Autor: Gero Fedtke


Texte und Bilder aus dem Film
"DER ARALSEE Wo das Wasser endet - endet die Erde"


  Der sichtbarste und spektakulärste Aspekt der Aralsee-katastrophe ist das Verschwinden des Sees: Seine Fläche verringerte sich von 66.500 km² im Jahre 1960 auf 28.687 km²
im Jahre 1998, sein Volumen von 1056 km³ auf unter 255 km³.
Bis zum Jahre 2003 war der Wasserspiegel um 26,5 Meter gesunken. Das Seeufer ist partiell um über 100 km zurück-gewichen. Der Aralsee ist in zwei Hälften zerfallen: den kleinen See im Norden (Kasachstan) und den großen See im Süden. Während der Salzgehalt des kleinen Sees rückläufig ist, steigt er im großen See fortwährend und hat 2003 durch-schnittlich das 2,4fache des Meerwassers (87 g/l) erreicht. Damit ist der See biologisch tot. Nach jüngsten Schätzungen wird der große See bald in einen östlichen und einen westlichen Teil zerfallen. Während der östliche in etwa 15 Jahren völlig verschwunden sein wird, könnte der westliche als große Pfütze noch 70 Jahre oder länger existieren. [New Scientist, 21. Juli 2003]

Die Austrocknung des Sees hat umfassende Folgen. Die große Wassermasse spielte als Wärmespeicher eine Rolle. Durch Verdunstung entstand über dem See eine Dunstglocke, die den Steppenwinden Einhalt gebot. Das Verschwinden dieser Dunstglocke bewirkt eine Verschärfung des kontinentalen Klimas: heißere Sommer und kältere Winter.
Vom ausgetrockneten Seeboden werden jedes Jahr bis zu 100 Mio Tonnen salzhaltiger Staub aufgewirbelt und durch Staubstürme in der Region verteilt.
Auch die wirtschaftlichen Folgen der Austrocknung sind im Epizentrum der Katastrophe dramatisch. 1992 musste der Fischfang im Aralsee eingestellt werden. In den Deltagebieten und an den Unterläufen der Flüsse gingen 550.000 ha Nutzfläche verloren: Felder, Schilfwiesen, Schilfwälder. Die Folge sind Arbeitslosigkeit und Armut.

Das größte Problem der gesamten Region ist die Versalzung. Die meisten Böden der Region haben einen natürlich hohen Salzgehalt in den tieferen Bodenschichten. Die intensive Bewässerung führt dazu, dass dieses Salz an die Oberfläche gelangt. Die Folge ist die Versalzung großer Flächen.
(1) Traditionelle Methoden wie flushing (Auswaschen des Salzes durch Schwemmung der Felder im Winter) können das Problem nicht mehr lösen und sind angesichts der Größenordnung der Bewässerung ihrerseits problematisch: das stark salzhaltige Abwasser wird entweder in die Steppe oder Wüste abgeleitet, wo es lebensfeindliche Salzseen bildet oder in den Fluss zurückgeführt, wodurch dessen Salzgehalt erhöht wird. Gleiches gilt für das überschüssige Drainagewasser, das mitunter auf weiteren Feldern für die Bewässerung wiederverwendet wird und damit den Salzgehalt der betreffenden Felder weiter erhöht.

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Während der Baumwollernte schließen Schulen, Institute und Ämter. Krankenhäuser und Fabriken arbeiten monatelang mit der Hälfte der Belegschaft. Auch im unab-hängigen Usbekistan ist die Wirtschaft vor allem: Baumwollwirtschaft. Sie macht nicht nur krank, von ihr leben zugleich Millionen Menschen.
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"Wo das Wasser endet - endet die Erde", sagt ein altes usbekisches Sprichwort.
Da unten das klägliche Ende des großen Amu Darja.
Der Aralsee ist von dieser Stelle achtzig Kilometer entfernt.

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© Um Welt Film - Texte und alle Bilder aus dem Film
"DER ARALSEE Wo das Wasser endet - endet die Erde"

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